Futterumstellung beim alten Hund – so klappt der Wechsel problemlos
Wenn Hunde älter werden, verändert sich nicht nur ihr Schlafrhythmus oder die Lust auf große Gassirunden – auch der Magen-Darm-Trakt spielt plötzlich nicht mehr so mit wie früher. Vielleicht frisst dein Hund weniger, reagiert empfindlich auf Leckerlis oder nimmt trotz gleicher Futtermenge plötzlich zu. Spätestens jetzt wird eine Futterumstellung beim alten Hund zum Thema.
Doch wie geht man das richtig an, ohne den Vierbeiner zu überfordern? Was gehört in ein gutes Seniorenfutter – und was lieber nicht? Und wie erkennst du, ob dein Hund die Umstellung gut verträgt?
In diesem Artikel erfährst du:
- wann eine Futterumstellung beim alten Hund sinnvoll ist,
- wie du sie Schritt für Schritt durchführst,
- worauf du bei der Auswahl des Futters achten solltest
– und welche typischen Fehler du vermeiden kannst.
Hinweis in eigener Sache
Ich bin Tierernährungsberaterin – kein Tierarzt. In meinen Beiträgen findest du Tipps und Empfehlungen rund um eine gesunde und bedarfsgerechte Ernährung von Hunden und Katzen. Ich stelle keine Diagnosen, gebe keine Heilversprechen und ersetze auch keine tierärztliche Behandlung.
Bitte achte immer selbst auf das Verhalten und den Gesundheitszustand deines Tieres. Wenn du unsicher bist oder dein Tier krank wirkt, geh bitte zum Tierarzt. Ernährung kann viel unterstützen – aber nicht alles ersetzen.
Wann ist eine Futterumstellung beim alten Hund sinnvoll?
Nicht jeder ältere Hund braucht automatisch ein anderes Futter. Aber es gibt klare Anzeichen, bei denen du hellhörig werden solltest:
- Dein Hund nimmt zu oder ab, obwohl du nichts verändert hast
- Er hat häufiger weichen Kot, Blähungen oder Durchfall
- Sein Appetit schwankt oder er lässt Futter öfter stehen
- Sein Fell wirkt stumpf, die Haut schuppt oder juckt
- Er hat Zahnprobleme oder Schwierigkeiten beim Kauen
- Die Gelenke machen sich bemerkbar – beim Aufstehen oder Laufen
Solche Veränderungen können darauf hinweisen, dass das bisherige Futter nicht mehr optimal zu seinem Alter und Gesundheitszustand passt.
Bitte kläre vorher mit deinem Tierarzt, dass keine organischen Ursachen für die Probleme deines Hundes vorliegen.
Was verändert sich im Alter – und warum ist das fürs Futter wichtig?
Mit zunehmendem Alter verlangsamt sich der Stoffwechsel deines Hundes. Die Muskelmasse nimmt meist ab, während der Fettanteil steigen kann – selbst wenn dein Hund gar nicht mehr frisst als früher. Auch die Verdauung wird oft träger: Der Körper verwertet Nährstoffe nicht mehr so effizient, manche Inhaltsstoffe werden schlechter vertragen.
Daher sollte das neue Futter für deinen Senior:
- weniger Kalorien, aber hochwertige Proteine enthalten,
- leicht verdaulich sein,
- auf die Nieren- und Leberfunktion Rücksicht nehmen,
- idealerweise Gelenknährstoffe wie Glucosamin oder Omega-3-Fettsäuren enthalten.
So gelingt die Futterumstellung beim alten Hund – Schritt für Schritt
Eine Futterumstellung sollte nie über Nacht passieren, schon gar nicht bei einem älteren Hund. Ihr Verdauungssystem ist oft empfindlicher, und plötzliche Veränderungen können Stress, Durchfall oder Appetitlosigkeit auslösen. Stattdessen solltest du schrittweise vorgehen – und genau beobachten, wie dein Hund reagiert.
Die 7-Tage-Methode (oder länger)
So gehst du vor:
Tag 1–2:
75 % altes Futter + 25 % neues Futter
→ Beobachte, ob dein Hund das Futter frisst und wie er es verträgt.
Tag 3–4:
50 % altes Futter + 50 % neues Futter
→ Achte auf Kotkonsistenz, Blähungen oder Appetitveränderungen.
Tag 5–6:
25 % altes Futter + 75 % neues Futter
Ab Tag 7:
100 % neues Futter
Wenn dein Hund besonders sensibel ist oder vorher Verdauungsprobleme hatte, streck den Zeitraum auf 10–14 Tage. Manche Senioren brauchen diese Extrazeit, damit sich die Verdauung an die Umstellung gewöhnen kann.
Häufige Probleme bei der Umstellung – und was du tun kannst
❗ Mein Hund frisst das neue Futter nicht
Gerade ältere Hunde sind oft mäkelig. Wenn dein Hund das neue Futter nicht mag, hilft es, es etwas anzuwärmen (z. B. bei Nassfutter) oder mit etwas warmen Wasser anzurühren. Auch ein Teelöffel püriertes Gemüse, Hüttenkäse oder Brühe (ohne Zwiebel!) kann das Futter attraktiver machen.
❗ Durchfall oder weicher Kot
Milde, vorübergehende Verdauungsprobleme sind bei der Futterumstellung nicht ungewöhnlich. Bleibt der Kot aber über mehrere Tage weich oder kommt sogar Durchfall dazu, solltest du:
- wieder einen Schritt zurückgehen in der Futtermenge (z. B. zurück zu 50/50),
- die Umstellung langsamer gestalten,
- und ggf. vorübergehend ein probiotisches Ergänzungsmittel geben.
Fazit: Gut geplant ist halb verdaut
Die Futterumstellung beim alten Hund ist keine Zauberei – aber auch nichts, was man nebenbei erledigen sollte. Mit etwas Geduld, dem richtigen Futter und einem Blick für die Bedürfnisse deines Seniors legst du den Grundstein für mehr Wohlbefinden im Alter. Denn gutes Futter kann nicht nur Krankheiten vorbeugen, sondern auch Lebensfreude schenken.
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Ich freue mich, dich und deinen Hund dort kennenzulernen.